Metallhandwerk und Massenproduktion im Alten Ägypten

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Ausgehend von sensationell neuen Erkenntnissen zum antiken Bronzeguß entwirft die Sonderausstellung vom 23.10.2014 bis 08.03.2015 im Ägyptischen Museum der Universität Bonn ein Panorama antiker Technologie und Kulturgeschichte. Einzigartige Schätze aus dem Museum August Kestner, Hannover, dem Herzoglichen Museum Stiftung Schloß Friedenstein Gotha, dem Ägyptischen Museum -Georg Steindorff - der Universität Leipzig sowie dem Ägyptischen Museum Bonn, darunter auch Bronzeobjekte aus der Sammlung Preuß (siehe auch nachfolgende Abbildungen) verdeutlichen das Know-How und die Fertigkeit der antiken Künstler.

 

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Meist Götter darstellende Bronzefiguren aus Ägypten sind seit Jahrhunderten ein bekanntes und begehrtes Sammelgut in den ägyptischen Museen der Welt. Diese Bronzestatuette des Osiris, des Herrschers über die Unterwelt und die Toten, aus der Sammlung Preuß im Ägyptischen Museum Bonn ist ein weiteres repräsentatives Beispiel für die Darstellung dieses Gottes in der Ausstellung „Gegossene Götter“ (Kat. I.48).

Foto: Ägyptisches Museum der Universität Bonn, Annkatrin Benz

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Erst ein mehrfacher Gestalt- und Substanzwechsel läßt aus einem Wachsmodell eine Bronzefigur entstehen wie bei dieser Statuette der Göttin Neith, von der allerdings nur der Kopf erhalten ist (Kat. I.50). Sie nahm im ägyptischen Götterkreis verschiedene Funktionen ein: Sie wurde mit Krieg, Jagd und der Webkunst in Verbindung gebracht, war aber auch die Herrin Unterägyptens.

Foto: Ägyptisches Museum der Universität Bonn, Annkatrin Benz

 
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Auch dieser kleine bronzene Eidechsensarg (Kat. I.60) steht in direkter Verbindung mit den Bronzegöttern der Ausstellung. Die rechte Längsseite des im Hohlgussverfahrens hergestellten Kästchens trägt eine Inschrift, in der der Urgott Atum angerufen wird. Diese Anrufung passt gut zum Abbild der Eidechse auf der Oberseite des Sarges. Erdnahe Tiere wie beispielsweise die Eidechse, der Aal und Schlangen wurden mit dem Gott Atum assoziiert.

Foto: Ägyptisches Museum Bonn, Annkatrin Benz

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Abbildungstafel (s. Katalog Seite 190, Uta Wallenstein) mit Darstellungen einer Bronzestatuette des Osiris (unten) aus unterschiedlichen Perspektiven aus der Description de l`Égypte, Collection d`antiques - A.Vol.V, Pl.63 (Originalkupfer der Antikensammlungen Ursula und Karl-Heinz Preuß). Die mehr als 3000 Abbildungen in den illustrierten Folianten dieses in den Jahren 1809 bis 1828 erschienenen 23-bändigen Monumentalwerkes, darunter auch zahlreiche Denkmäler ägyptischer Kleinkunst, bestechen durch ihre Detailgenauigkeit und belegen damit auch in der Wiedergabe das hohe Können der Künstler und Handwerker im pharaonischen Ägypten.

Foto: Ägyptisches Museum Bonn, Annkatrin Benz

 

Die Ausstellung „Gegossene Götter - Metallhandwerk und Massenproduktion im Alten Ägypten“ ist außer im Ägyptischen Museum der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn ab 2015 noch an folgenden Orten zu sehen:

Museum August Kestner, Hannover (26. März bis 26. Juli 2015)

Herzogliches Museum, Stiftung Schloß Friedenstein Gotha (16. August bis 15. November 2015)

Ägyptisches Museum - Georg Steindorff - der Universität Leipzig (10. Dezember bis 29. Mai 2016)

 

Zur Ausstellung ist ein reich illustriertes Kataloghandbuch erschienen, das auch den aktuellen Stand der Forschung zusammenfasst:

Martin Fitzenreiter, Christian E. Loeben, Dietrich Raue, Uta Wallenstein
(Hrsg.): Gegossene Götter - Metallhandwerk und Massenproduktion im Alten Ägypten, Rahden/Westfalen: Leidorf 2014, ISBN 978-3-86757-456-3