Neue Ausstellung in der Slawenburg Raddusch

Erschienen in: BlickPunkt Brandenburg, 22.04.2016

Raddusch. „Vergessene Schätze – Grabkeramik der Lausitzer Kultur aus Privatbesitz“ ist der Titel einer Ausstellung, die am 30.04.2016 um 13 Uhr in der Slawenburg Raddusch eröffnet und dann bis zum 10.07.2016 dort gezeigt wird.

Raddusch.jpgEin Komplex von mehr als dreißig Gefäßen der Lausitzer Kultur, vom Kunstsammler Karl-Heinz Preuß im Antikenhandel erworben und dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum (BLDAM) zur Erforschung und Bewahrung überlassen, gab im vergangenen Jahr den Anlass, sich mit dieser Fundgattung – den ohne jegliche Information zu Fundort und Fundumständen aus Nachlässen übernommenen Objekten – eingehender zu beschäftigen. Wieder waren es die Antikensammler Ursula und Karl-Heinz Preuß, die durch eine namhafte Spende das Projekt unterstützten und so überhaupt erst ermöglichten.

Bronzezeitliche Grabkeramik der Lausitzer Kultur ist stets qualitätvoll gearbeitet, weist mannigfaltige Formen und äußerst variantenreiche Verzierungen auf. Vor 100 Jahren durften die auffälligen Gefäße in keiner archäologischen Sammlung der Lausitz, die etwas auf sich hielt, fehlen. Geschichtsfreunde, Lehrer und Pastoren machten sich an den Wochenenden auf, beim gemeinschaftlichen „Urnenstechen“ auf den zahlreichen bekannten Bestattungsplätzen der Bronzezeit in der Niederlausitz dem Heimatboden weitere prächtige Gefäße abzuringen.

Nicht alle so gewonnenen Zeugnisse unserer Urgeschichte fanden ihren Weg in öffentliche Sammlungen, und so stehen heute oft Erben vor der Frage, was es mit den sonderbaren Töpfen auf sich haben mag, die sich auf dem Dachboden, im Keller, vielleicht aber auch in der Wohnzimmervitrine eines verstorbenen Angehörigen finden. Gelingt die Identifizierung als altertümliches Relikt und besteht ein Interesse an einer würdigen und sinnvollen Bewahrung des Objektes, dann führt der Weg über kurz oder lang in das zuständige Landesmuseum.
Das Ergebnis der wissenschaftlichen Bearbeitung ausgewählter Fundkomplexe der Lausitzer Kultur, die aus Privathand in die Sammlung des BLDAM gelangten, kann nun in der kleinen Ausstellung bewundert werden. Gezeigt wird, welche Informationen auch aus Objekten ohne bekannten Fundort und Befundzusammenhang noch gewonnen werden können. Dass es sich also lohnt, solche „vergessenen Schätze“ in wissenschaftliche Obhut zu geben. red