Pressemitteilung August 2011

Im Rahmen einer weiteren Zusammenarbeit mit einem Landesdenkmalamt hat die Sammlung Preuß dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum 35 Urnen und andere Gefäße aus der sogenannten Lausitzer Kultur als Dauerleihgabe übergeben, die sonst für die Forschung verloren gewesen wären.

Die Gefäße stammen aus dem Raum Finsterwalde und gehörten zu einer bisher unbekannten Sammlung, die ursprünglich sehr viel größer war. Die 35 Objekte lassen sich in den bronze- bis eisenzeitlichen Teil dieser Kultur von etwa 900 bis 500 v. Chr. datieren, die sich über Mitteldeutschland und Polen bis zur Mittelslowakei erstreckte. Insbesondere bei den brandenburgischen Funden gibt es noch Forschungsbedarf, da die Bestimmung der chronologischen Abfolge dieser Kultur in Brandenburg lange als unbefriedigend galt.

Erste Hinweise sprechen dafür, daß die Objekte aus Grabungen in den 30er bis 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammen könnten. Gerade im Raum Brandenburg gab es mehrere größere und bedeutende Privatsammlungen von Gefäßen aus der Lausitzer Kultur, die in den Wirren des Zweiten Weltkrieges und der unmittelbaren Nachkriegszeit verloren gingen und teilweise bis heute als verschollen gelten.

Eine andere Spur führt möglicherweise in die frühen und mittleren 50er Jahre. In Rückersdorf im heutigen Landkreis Elbe-Elster wurde nahe Finsterwalde auf dem Gelände des dortigen Kieswerkes beim Kiesbaggern ein bis dahin unbekanntes Lausitzer Gräberfeld angeschnitten. Als dies im Sommer 1953 bekannt wurde, war der größte Teil des Fundplatzes bereits zerstört. Das erschwerte die trotzdem noch vorgenommenen Grabungen. Vor allem aber blieben die vor den Grabungen und auch noch danach von dem zuständigen Denkmalpfleger gesicherten und geborgenen Funde nach dessen Fortgang aus Finsterwalde verschollen.

Aus dem Umfeld eines bereits 1913 angelegten Friedhofes in Sonnewalde, ebenfalls Landkreis Elbe-Elster, stammen dagegen ebenfalls reiche Funde aus der von dem Virologen Rudolf Virchow nach den frühesten Funden in der Niederlausitz so benannten Lausitzer Kultur, die neben steinzeitlichen auch bronze- und eisenzeitliche Altfunde umfassen und gerade in jüngerer Zeit erneut auf das Interesse der Wissenschaft gestoßen sind. Daneben gab es zahlreiche, der Wissenschaft zumindest teilweise bekannte Funde in Privatbesitz, die aber im Laufe der Zeit wieder aus dem Gesichtskreis der Forschung verschwunden sind.

Ziel des mit der Dauerleihgabe verbundenen Projektes der Sammlung Preuß ist es deshalb, sowohl den genauen Fundort zu bestimmen als auch herauszufinden, zu welcher Sammlung die Gefäße ursprünglich gehörten. Von dem Namen desFinders oder Sammlers beispielsweise ließe sich vermutlich wiederum auch auf den genauen Fundort schließen, von dem man bisher lediglich weiß, daß er in der Nähe von Finsterwalde zu suchen ist. Meist waren es Lehrer oder Pastoren, die sich für den geschichtsträchtigen Boden ihrer Heimat interessierten und den Lausitzer Gräberfeldern zu Leibe rückten. In diesem Zusammenhang sollen nach Möglichkeit auch weitere Objekte aus dieser inzwischen verstreuten und noch nicht genau identifizierten Sammlung erworben und dem Brandenburgischen Landesdenkmalamt und damit der Forschung zur Verfügung gestellt werden.