Pressemitteilung Juni 2012

Am 11. Juni übergibt das Ehepaar Ursula und Karl-Heinz Preuß aus Brühl bei einem feierlichen Akt im Ägyptischen Museum Bonn anläßlich der Unterzeichnung des ersten Zustiftungsvertrages einen Teil seiner Ägyptischen Sammlung an die Bonner Universitätsstiftung. Gemeinsam mit weiteren Objekten, die noch folgen, werden sie wichtiger Bestandteil des Ägyptischen Museums der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, dem das Brühler Ehepaar schon lange verbunden ist.

Karl-Heinz Preuß, heute 71, gehört zu den Wegbereitern der Wissenschaftsberichterstattung in Deutschland. Er war langjähriger Herausgeber und Chefredakteur des Deutschen Forschungsdienstes in Bonn, dessen von ihm maßgeblich ausgebautes Modell einer kombinierten In- und Auslandsarbeit bei der Information der Öffentlichkeit auch weltweit als einzigartig und vorbildlich galt. Der in über 140 Ländern und in mehreren Sprachen verbreitete und 1954 gegründete Deutsche Forschungsdienst war nicht nur Vorreiter, Wegbereiter und Vorbild für eine fundierte Wissenschaftsberichterstattung in Deutschland, sondern hat auch das Bild der deutschen Forschung im Ausland über viele Jahrzehnte maßgeblich geprägt.

Dem Ziel, Wissenschaft in verständlicher Form zu verbreiten und mehr Interesse an Forschung zu wecken, dienten auch die vom Deutschen Forschungsdienst herausgegebenen Lesebücher aus der Wissenschaft, zu denen die preisgekrönte fünfzehnbändige Reihe „Geschichten, die die Forschung schreibt“ gehört, die beispielsweise in nicht weniger als 5 600 Schulbibliotheken vertreten ist.

Interesse am Erbe unserer Vergangenheit und Verständnis für unterschiedliche Kulturen zu wecken, ist aber auch das Ziel der jetzigen Initiativen des Ehepaares Preuß, zu denen die Kooperation mit der Bonner Universitätsstiftung und dem Ägyptischen Museum der Universitsät Bonn gehört.

Gemeinsam mit seiner Frau Ursula Preuß, die 42 Jahre als Lehrerin tätig war und sich auch heute noch ehrenamtlich an einer Förderschule engagiert, teilt Preuß dabei die Leidenschaft für die Antike, die beide mit der jetzigen Zustiftung für die Bonner Universitätsstiftung und geplanten weiteren Stiftungen an nachfolgende Generationen weitergeben wollen.

Das Engagement für das Ägyptische Museum in Bonn ist aber nicht das einzige Projekt im archäologischen Bereich, das von dem Brühler Ehepaar großzügig gefördert wird. So sind Dauerleihgaben aus ihren Sammlungen bundesweit in mehreren Museen vertreten. Einen ganz besonderen Schwerpunkt bildet dabei ihr Engagement für die Römervilla Schuld im Ahrtal, auf die Bonner Wissenschaftler bereits 1907 durch erste Funde aufmerksam geworden waren und die das Brühler Ehepaar jetzt über 40 Jahre nach den letzten Ausgrabungen wieder aus dem Dornröschenschlaf geholt hat. Sie haben die teilweise längst verschollen geglaubten Fundstücke aus den Grabungen der 1960er Jahre wieder zusammengeführt und dem jetzt zuständigen Landesdenkmalamt, der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, übergeben, die wissenschaftliche Aufarbeitung finanziert, eine Publikation darüber gefördert und bereits mehrere Ausstellungen über diesen römerzeitlichen Gutshof in der Roemervilla Ahrweiler ermöglicht. Jetzt streben sie an, dieses bedeutende Bodendenkmal in der Eifel auch vor Ort der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Besonders wichtig ist ihnen, daß sich auch junge Menschen verstärkt für das Erbe der Vergangenheit interessieren. So wollen sie in einem künftigen Förderprojekt junge Menschen und Museen noch enger zusammenbringen und dabei auch Kindern von sozial benachteiligten Familien ermöglichen, solche Angebote, die sie sich heute oft nicht leisten können, wahrzunehmen.

Bei der feierlichen Unterzeichnung des Vertrages über die erste Zustiftung an die Bonner Universitätsstiftung am 11. Juni 2012 erklärte das Stifterehepaar:

„Wir sind der Bonner Universitätsstiftung sehr dankbar, daß sie ermöglicht hat, unsere bereits jetzt enge Zusammenarbeit mit dem Ägyptischen Museum Bonn auf eine neue, zukunftssichere Grundlage zu stellen, die sicherstellt, daß die wichtigsten Objekte unserer Ägyptischen Sammlung auch auf Dauer der Öffentlichkeit und der Wissenschaft zur Verfügung stehen. Unsere Leidenschaft für die altägyptische Kunst mit anderen - und dabei auch mit nachfolgenden Generationen - zu teilen, war hierbei ein Ziel, das wir von Anfang an beim Auf- und Ausbau unserer Sammlung verfolgt haben. Mit der heutigen Vereinbarung ist dabei zugleich der Grundstein für weitere Zustiftungen gelegt.

Ganz besonders möchten wir bei dieser Gelegenheit aber auch Frau Prof. Dr. Ursula Rößler-Köhler danken, der Vorgängerin von Herrn Prof. Dr. Ludwig Morenz, dem jetzigen Inhaber der Professur für Ägyptologie an der Universität Bonn. Ihrem Engagement ist es hauptsächlich zu verdanken, daß die Bonner Sammlung von Aegyptiaca in das heutige Ägyptische Museum überführt und damit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Damit hat sie auch eine Plattform für unser Anliegen geschaffen, das ein gemeinsames Anliegen war.

Dieser Dank gilt aber auch der früheren Kuratorin Frau Dr. Gabriele Pieke, die sich ganz besonders für die Zusammenarbeit zwischen uns und dem Ägyptischen Museum eingesetzt hat.

Dabei sehen wir es als ganz besonderen Glücksfall an, daß unsere Motive für die heutige Zustiftung und die damit verbundenen Absichten in idealer Weise mit den Zielen und Absichten der von dem neuen Kurator des Ägyptischen Museums, Herrn Dr. Martin Fitzenreiter, angestrebten Neukonzeption des Ägyptischen Museums harmonieren, der das Museum zu einem ´Museum der Sammlungen` machen möchte, bei der auch die Entstehung der Sammlungen und damit die Auseinandersetzung mit der Antike und die unterschiedlichen Wege der Annäherung an die pharaonische Kultur selbst ein Thema sind.

Dabei hoffen wir, daß unsere heutige Zustiftung einen kleinen Beitrag hierzu leistet und vielleicht auch andere dazu anstiftet, dieses entstehende Mosaik eines ´Museums der Sammlungen` noch weiter zu vervollständigen.“