Bonn, den 30. 06. 2014

Der neue Minister für Antiken und kulturelles Erbe Ägyptens, Prof. Dr. Mamdouh Eldamaty, hat als eine seiner ersten Amtshandlungen das Engagement des Brühler Sammler- und Mäzenenehepaares Ursula und Karl-Heinz Preuß bei der Wiederauffindung einer längst verschollen geglaubten altägyptischen Wandmalerei und ihrer Rückführung nach Ägypten gewürdigt. Die Wandmalerei stammt aus einem Grab im alten Theben, dem heutigen Luxor, das in den 1980er Jahren geplündert und fast völlig zerstört wurde. Das unersetzliche Objekt wurde bei den Vorbereitungen für die derzeitige Sonderausstellung im Ägyptischen Museum Bonn „Von der Antike bis zur Moderne - Tierdarstellungen aus vier Jahrtausenden in der Sammlung Preuß“ wiederentdeckt.

Das Brühler Ehepaar, das über eine der größten und bedeutendsten Privatsammlungen antiker Kunst in Deutschland verfügt, entschloß sich spontan, das einzigartige Beispiel altägyptischer Malerei an den ägyptischen Staat zurückzugeben, als es vom traurigen Schicksal dieses Meisterwerkes altägyptischer Kunst in seinem Besitz erfuhr.

Hierzu gab Minister Eldamaty in einem am 30. Juni 2014 vor der Presse in Bonn verlesenen schriftlichen Statement folgende Erklärung ab:

Verehrte Familie Preuß
Sehr geehrter Herr Dr. Fitzenreiter
Verehrte Gäste und Teilnehmer

Gerne wäre ich heute unter Ihnen gewesen, um dieses Kulturereignis gemeinsam mit Ihnen zusammen zu feiern. Ihnen ist inzwischen vielleicht bekannt, daß mein Mandat als Kulturrat der Botschaft beendet wurde. Ich darf also amtlich nicht mehr Mitglied der Botschaft sein, da ich mit einem anderen Zuständigkeitsgebiet betraut wurde.

Ich beehre mich jedoch festzustellen, dass die Mitwirkung an der Rückgabe der Wandmalerei meine letzte Amtshandlung als Kulturrat der ägyptischen Botschaft in Deutschland darstellt.

Allerdings muß ich hinzufügen, dass meine bescheidene Mitwirkung doch nicht maßgebend war. Allen voran steht die Familie Preuß, deren Ehrlichkeit, Integrität und Verständnis wesentlich dazu beitrug, dass diese Rückgabe möglich wurde.

Obwohl Familie Preuß bezüglich des Umgangs mit dieser Wandmalerei einen eigenen, jedoch anderslautenden Vorschlag vorbereitete, hat sie volles Verständnis für die gesetzliche Lage in Ägypten gezeigt und dabei eine kulturelle Güte bewiesen, die ihresgleichen sucht.

Nicht zu vernachlässigen ist aber die Rolle des Herrn Dr. Fitzenreiter, der durch seine Bemühungen, seine Weitsicht und Redlichkeit dazu beitrug, dass diese erfreuliche Vereinbarung zustandekam.

Meine Damen und Herren

Diese Art von Umgang miteinander soll ein Zeichen für die Zukunft setzen. In einer Welt voll von Stress, Spannungen und Auseinandersetzungen haben wir ein Muster für die erfolgreiche Zusammenarbeit der Kulturen und der juristischen Ordnungen zusammengeschmiedet.

Ich verspreche Ihnen, in meiner neuen Eigenschaft als Minister für Antiken und kulturelles Erbe Ägyptens alles daranzusetzen, dass diesem Beispiel gefolgt wird und dass dieser freundliche Geist im Laufe der nächsten Zeit an Kraft und Reichweite gewinnt.

Ich danke Ihnen allen und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen in Ägypten.

Prof. Dr. Mamdouh Eldamaty
Minister für Antiken und Kulturerbe

Bonn, den 30.06. 2014