presseinfo Universität Bonn , 11.06.2012

Prunkstück ist ein Kanopenkasten. Exponate sind auch während der Bonner Wissenschaftsnacht zu sehen

Ein großer Zugewinn für das Ägyptische Museum der Universität Bonn: Mit einem feierlichen Akt hat heute das Ehepaar Ursula und Karl-Heinz Preuß bedeutende altägyptische Objekte aus seiner Privatsammlung an die Universitäts-Stiftung übergeben. Die wertvollen Stücke sollen nach dem Wunsch der Stifter im Museum ausgestellt werden und der Forschung sowie der Lehre dienen. Prunkstück ist ein farbenprächtiger Kanopenkasten, in dem früher mumifizierte Eingeweide aufbewahrt wurden.

Das in Brühl ansässige Ehepaar Ursula und Karl-Heinz Preuß hat insgesamt dreizehn ausnehmend schöne Stücke ihrer Sammlung der Bonner Universitäts-Stiftung überlassen. „Dem Ägyptischen Museum der Universität Bonn sind wir schon lange verbunden“, berichtete das Stifter-Ehepaar. „Wir übergeben einen Teil unserer umfangreichen Antikensammlung, um den weiteren Aufbau des Museums zu fördern und langfristig durch eine Stiftungslösung sicherzustellen, dass die wichtigsten Objekte auf Dauer der Öffentlichkeit und Wissenschaft zur Verfügung stehen.“ Dem Wunsch der Stifter entsprechend werden die Exponate dem Ägyptischen Museum zur Ausstellung sowie zur Lehre und Forschung übergeben.

Meisterleistungen des ägyptischen Kunsthandwerks

"Für das Ägyptische Museum der Universität stellt die Stiftung einen erheblichen Zugewinn an Qualität und Attraktivität dar“, sagte Dr. Martin Fitzenreiter, Kurator des Ägyptischen Museums der Universität Bonn. Das Prunkstück der Stiftung ist ein hervorragend erhaltener, farbenprächtiger Kanopenkasten, der vermutlich aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. stammt. Der rund 50 Zentimeter hohe hölzerne Schrein diente einst zur Aufbewahrung von mumifizierten Eingeweiden und ist mit aufwändigen Bildern und Texten verziert, die es zu entschlüsseln gilt. Bereits in diesem Sommersemester soll der Kanopenkasten Gegenstand einer Masterarbeit an der Abteilung Ägyptologie sein. „Die zum Teil bereits als Leihgaben gezeigten Objekte können jedes für sich – von dem Fragment einer Königsstatue bis zum nur wenige Millimeter großen Käferstein – den Anspruch erheben, Meisterleistungen des ägyptischen Kunsthandwerkes und Träger hochinteressanter Botschaften zu sein“, sagte Prof. Dr. Ludwig Morenz von der Abteilung Ägyptologie mit dem Ägyptischen Museum der Universität Bonn.

Übergabe weiterer Stücke ist vorgesehen "Die wertvollen Objekte stellen eine große Bereicherung der Sammlung des Ägyptischen Museums dar“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Löwer, Vorstandsvorsitzender der Bonner Universitäts-Stiftung, die die Zustiftung in Obhut nimmt. „Der mäzenatische Geist des Sammlerpaares Preuß verbindet in vorbildlicher Weise individuelle Leidenschaft mit der Verantwortung gegenüber den Objekten und der Öffentlichkeit.“ Das Stifter-Paar sammelt seit Jahrzehnten antike Objekte, Kunstwerke und Zeugnisse verschiedenster Kulturen. In der Stiftungsurkunde ist die Übergabe weiterer Stücke aus der Sammlung Preuß ausdrücklich vorgesehen. „Der Grundstein für weitere Zustiftungen ist gelegt“, ist sich das Stifter-Ehepaar einig.

Altägyptische Objekte sind auch bei der Wissenschaftsnacht zu sehen

Die neu erworbenen Objekte der Sammlung Preuß sind ab sofort in einer separaten Vitrine des Ägyptischen Museum zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 13-17 Uhr, Samstag und Sonntag 13-18 Uhr. Die gestifteten Exponate werden auch während der 8. Bonner Wissenschaftsnacht zum Thema „LebensWelten“ am Freitag, 15. Juni 2012, von 18 bis 24 Uhr im Museum gezeigt.