Ziel dieses Förderschwerpunktes ist die Erweiterung des Ägyptischen Museums der Universität Bonn durch ausgewählte Objekte der Ägyptischen Sammlung der Sammlung Preuß, ihre wissenschaftliche Aufbereitung sowie die Förderung der Ägyptologie an der Universität Bonn. Dauerleihgaben, Schenkungen, Zustiftungen und Beteiligung an der Dauerausstellung sowie an Sonderausstellungen (siehe Ausstellungen). Foyerausstellung „Kupferstiche aus der ´Description de l`Égypte` aus der Sammlung Ursula und Karl-Heinz Preuß“ (im Wechsel).

Die Sammlung Preuß im Museum der Sammlungen

Als weiterer Schwerpunkt wird im Ägyptischen Museum der Universität Bonn zur Zeit das „Museum der Sammlungen“ aufgebaut.

Während viele Sammlungen auf Andenken an Reisen nach Ägypten aufbauen, spielt in großen Kollektionen die besondere ästhetische Dimension altägyptischer Objekte eine wichtige Rolle. Eine solche Sammlung stellt die des Ehepaares Ursula und Karl-Heinz Preuß dar, die am 11. Juni 2012 der Universitätsstiftung gestiftet und dem Ägyptischen Museum zur Präsentation übergeben wurde. Hier wurde eine Sammlung zusammengetragen, die sich durchweg aus herausragenden Beispielen der ägyptischen Kunst und des Kunsthandwerks zusammensetzt.

In ungewöhnlicher Breite sind in dieser Sammlung Kunstwerke verschiedener Gattungen, Dimensionen und aus verschiedenen Materialien vertreten. Das reicht von einem fein gearbeiteten Beispiel der Reliefkunst des Alten Reiches aus Kalkstein über den Torso einer Königsstatue aus Basalt bis zu Bronzewerken der Spätzeit. Neben der Plastik und dem Flachbild ist auch die Glyptik durch ausgewählte Beispiele vertreten. Während die „üblichen“ Objekte wie Uschebties und Amulette fehlen, bilden ganz außergewöhnliche Miniaturen wie die eines Pavian, ein extrem fein gearbeiteter Kopf von einer Bronzefigur der Göttin Neith und die seltene Darstellung eines Fisches Höhepunkte der Sammlung. Zur Sammlung zählt auch der in einer separaten Vitrine aufbewahrte reich verzierte Eingeweidekasten.

Eine große Rolle spielen in der Sammlung Preuß Tierdarstellungen, die sich auch vor dem Hintergrund der persönlichen Verbundenheit des Sammlerpaares zum Tier verstehen lässt. Von der Katzenbronze bis zu den Särgen für Eidechse und Spitzmaus reicht hier das Spektrum, wieder erweitert um außergewöhnliche Objekte wie ein Schildkrötenamulett und die Plastik eines Krokodils.

Im unteren Teil der Vitrine sind Fragmente von Inschriften, Wandreliefs und Architekturfragmente zu sehen, die neben der Sammlung Preuss auch den Kollektionen Blasius, Müller-Feldmann und Schelling-Karrer entstammen (siehe weitere Vitrinen). Sie fügen sich in das Bild des Sammelns von Beispielen für die ästhetisch vollendete Gestaltung von Bauwerken und Gräbern ein.

Dr. Martin Fitzenreiter