URaubkunst.jpgGünther Wessel legt offen, wie das weltweite Geschäft mit geraubten Kulturgütern funktioniert, wer die Akteure sind und welcher Schaden der Menschheit und ihrem kulturellen Gedächtnis zugefügt wird.

Am Beispiel der Sammlung Preuß belegt das Buch aber auch, daß ein verantwortungsbewußter Sammler dadurch, daß er mit seinem Engagement für Geschichte, für eigene und fremde Kulturen andere anzustecken vermag, durchaus einen Beitrag zu Bewahrung des kulturellen Erbes der Menschheit leisten kann, statt es zu zerstören, wenn er dieser Verantwortung gegenüber den Objekten, der Wissenschaft, der Öffentlichkeit und den nachfolgenden Generationen nachkommt.

...Womit wir bei den Zentralfiguren des internationalen Kunstraubs wären, den Sammlern. Und an die ist ebenso wenig heranzukommen wie an erfolgreiche Schmuggler oder die Raubgräber im Orient. Die Dunkelfeldforschung hat da offenbar noch kaum Resultate gebracht. Dafür stellt Wessel eine absulute Rarität vor, den
„guten Sammler“. Für Karl-Heinz Preuß und seine Ehefrau ist ihre Sammlung nicht Eigentum, sondern ihnen zeitweilig anvertrauter öffentlicher Besitz. Als sich ein ägyptisches Relief in der Preuß-Sammlung als gestohlen erwies, zögerten sie nicht,
es der ägyptischen Botschaft zu übergeben. So geht es eben auch.
(titel-kulturmagazin, 23.10.2015)  

Günther Wessel: Das schmutzige Geschäft mit der Antike - Der globale Handel mit illegalen Kulturgütern. Mit einem Vorwort von Markus Hilgert und einer Schlussbemerkung von Friederike Fless. Erschienen 2015 im Ch. Links Verlag, Berlin, 184 Seiten, Broschur, Euro 18,00.

ISBN 978-3-86153-841-7