Rheinische-Wunderkammer.jpgPressemitteilung vom 07.07.2017

Im  Oktober 1818 gründete König Friedrich Wilhelm III. von Preußen mit seiner Unterschrift unter die Stiftungsurkunde die Bonner Universität. Die in aller Eile und nach langem Ringen vom König unterzeichnete Urkunde, ausgefertigt auf einfachem Kanzleipapier und mit einem Einband aus Pappe versehen, ist das erste von 200 Objekten, mit denen die Universität Bonn auf ihre 200jährige Geschichte zurückschaut und gleichzeitig einen Blick in die Zukunft wirft. 

Nach dem berühmten Vorbild des Buches von Neil MacGregor „Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten“ (aus dem British Museum, London) stellt die Universität Bonn 200 ausgewählte Objekte aus meist ungewöhnlicher fotografischer Perspektive aus verschiedenen Sammlungen der Universität vor, die zusammen deren Geschichte erzählen.

Aus den insgesamt zwölf Museen und fast 30 Sammlungen wurde für jedes Jahr seit ihrer Gründung ein Objekt ausgewählt. 200. Objekt dieser spannenden Rundreise durch die Welt der Wissenschaft ist der schon fast legendäre „Bonner Eingeweidekasten“ des Heri-ib-djehuti, Sohn des Pa-di-osiris aus der Ptolemäerzeit.
Er stammt aus den Antikensammlungen Ursula und Karl-Heinz Preuß und soll exemplarisch für alle Schenkungen und Leihgaben stehen, welche die Universität Bonn und ihre Museen und Sammlungen in 200 Jahren seit Errichtung des inzwischen untergegangenen  Naturhistorischen Museums bis heute erhalten haben und in Zukunft erhalten werden. Damit will die Universität ihren Dank auch allen aktuellen und künftigen verantwortungsvollen Mäzenen aussprechen, die durch ihre Schenkungen bisher meist unbekannte Objekte einer breiten Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich machen.

Auch für den Blick in die Zukunft ist der „Bonner Eingeweidekasten“ voller  Symbolik. Die abgebildeten Szenen auf den vier Kastenflächen beschreiben den Weg des Toten, dessen mumifizierte Organe durch diesen Kasten geschützt werden, durch das Jenseits und die dort stattfindenden regenerativen Vorgänge. Diese fortlaufende „Verjüngung“ ihrer Museen und Sammlungen erhofft sich die Universität Bonn auch durch künftige Schenkungen, damit sich die Forschungsarbeit weiterentwickeln kann und immer wieder  aufs Neue Besucher und Gäste von den Objekten der Bonner Sammlungen und Museen in ihren Bann gezogen werden.


Rheinische Wunderkammer
200 Objekte aus 200 Jahren Universität Bonn 1818-2018
Herausgegeben von Klaus Herkenrath und Thomas Becker mit Fotografien von
Volker Lannert, Göttingen 2017, Klappenbroschur, 438 Seiten, 226 farbige Abbildungen, Euro 24,90

ISBN: 978-3-8353-3139-6 (2017)

Erhältlich beim Wallstein Verlag, Geiststraße 11, 37073 Göttingen, oder im Buchhandel